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Zukünftige Regulierung des Modellflugs

Amhof Thomas 14.06.2017
Die von der EASA publizierten Vorschläge zur Unterstellung des Modellfluges unter die geplante Regulierung für unbemannte Flugobjekte führt aktuell zu Verunsicherung unter Modellfliegern.

Auf dieser Seite modellflug.ch/Regulierung erfahren Sie die aktuellen Fakten welche uns Modellflieger zum Thema Regulierung brennend interessieren.
 
Beitrag aus AeroRevue 6/2017 - Seite 39
Quelle: http://www.modellflug.ch/content.aspx?lang=DE&contid=20
 

Der aktuelle Stand (9. Mai 2017)

Die seit Oktober 2016 von der europäischen Flugsicherheitsorganisation EASA publizierten Vorschläge zur Unterstellung des Modellfluges unter die geplante Regulierung für unbemannte Flugobjekte (UA’s, Drohnen) haben zu sehr zahlreichen klar ablehnenden Reaktionen der europäischen Modellflugorganisationen geführt. Der SMV hat dazu mehrfach koordinierende, meinungsbildende Beiträge geleistet.

Seit Herbst 2016 bemühen sich in der zuständigen Expertengruppe der EASA die internationalen Vertreter des Modellfluges, die Organisationen Europe Air Sports EAS und FAI, um Schadensbegrenzung. In der Schweiz führen der SMV und der AeCS, vertreten durch den EAS Programme Manager René Meier, zu diesem Thema laufende Gespräche, dies auch unter Einbezug des BAZL und von skyguide. Resultierende Argumente werden unmittelbar zur Kenntnis der Expertengruppe gebracht.

Am 5. Mai 2017 hat die EASA den neusten Entwurf zur Regulierung von unbemannten Flugobjekten (UAS) publiziert. Der SMV/AeCS prüft das Dokument aktuell intensiv und wird in den nächsten Tagen ausführlich informieren was der neuste Entwurf für uns Modellflieger bedeutet.


Ende März 2017 war der Stand der Dinge auf EU-Ebene so, dass es den Modellflugvertretern in der Expertengruppe zwar gelungen ist einige der für den Modellflug nachteiligen Inhalte des ursprünglichen EASA Vorschlages abzuschwächen, dass aber auch im Entwurf vom 10. März immer noch unannehmbare Restriktionen vorgeschlagen werden:

  • Freier Modellflug soll nur für Mitglieder von Vereinen möglich sein.
  • Alle Modellflugzeuge müssen mit ihren technischen Daten registriert werden und bei Änderungen muss die Registrierung nachgeführt werden.
  • Modellflieger müssen einen Kenntnisnachweis erbringen.
  • Es gilt eine untere Altersgrenze von 16 Jahre.

Ausblick

Der SMV/AeCS betrachtet eine mögliche Umsetzung dieser Absichten und deren Übernahme in schweizerisches Recht als existentielle Bedrohung des Modellfluges in der Schweiz. Er führt deswegen seine Anstrengungen zur Herauslösung des Modellfluges aus der geplanten EU Drohnenregulierung auf allen nationalen und internationalen Ebenen, insbesondere in Zusammenarbeit mit der FAI und mit Europe Air Sports, mit Nachdruck unvermindert fort.

Fortlaufende Massnahmen

Der Vorstand des SMV analysiert laufend die aktuelle Situation und arbeitet an folgenden Abwehrmassnahmen:
  • Der AeCS setzt sich, über das zuständige Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL, dafür ein, bei der EASA die Integration des Modellfluges in die Regeln für unbemannte Flugzeuge zu verhindern. 
  • Der AeCS ist mit Nachdruck bestrebt, beim BAZL die Fortführung der Modellflugregulierung unter der VLK in der bisherigen Form zu erreichen. 
  • SMV-Delegierte sind in den laufenden Meinungsbildungsprozess innerhalb der europäischen Modellflugorganisationen eingebunden. st der SMV Gründungsmitglied in der vor Kurzem gegründeten Organisation zur regulatorischen Interessenvertretung der Modellflieger in Europa, der European Model Flying Union EMFU. Der SMV ist in der EMFU durch den Leiter der AG Drohnen im SMV, Markus Dormann, als Delegierter im Vorstand vertreten.
  • Der SMV initiiert und unterstützt gleichlautende Vernehmlassungen ausländischer Modellflugorganisationen und des internationalen Dachverbandes FAI. 


Häufig gestellte Fragen

Muss die Schweiz die möglichen neuen Regelungen der EASA zwingend übernehmen?
 
Im Zusammenhang mit der Übernahme des europäischen Rechtes via den gemischten Ausschuss CH-EU besteht die Möglichkeit, via einer Derogation oder Exemption gemäss Basic Regulation 216/2008 Artikel 14 Flexibilitäsbestimmungen, europopäisches Recht nicht zwingend übernehmen zu müssen. Allerdings sind die Anforderungen an eine Derogation/Exemption extrem anspruchsvoll und werden aus dem Erhalt der Sicherheit getrieben. Aus politischer Sicht ist das Verhindern der Übernahme dieser Regelung in der Schweiz schwierig.

 

Dokumente aus diesem Bereich

 
  Dokumente zum Thema Drohnen vom Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL  
  Frühere Positionspapiere Drohnen